Antrag P4 auf dem Bundeskongreß der Jusos gescheitert – eine vertane Chance.

Kein Platz für Nicht-Akademiker bei den Jungsozialisten ???

Der JUSO-Unterbezirk Ahrweiler hat schon im Frühjahr 2010 erkannt und für richtig befunden, das der Vielschichtigkeit der Gesellschaft Rechnung getragen werden muß.
So ist ein Ziel für die Jusos im Kreis AW die Neumitgliederwerbung, wobei der Schwerpunkt nicht auf ohnehin strukturell eher politisch interessierte Gymnasiasten gelegt werden soll – gerade an den Haupt, Real und Berufsschulen und auch bei Menschen nach dem Ausbildungsalter sind die Jusos leider nicht mehr vertreten.
Wenn die SPD aber in Zukunft immer noch den Anspruch auf die Repräsentation des „kleinen Mannes“ erheben will, so muß man sich auch der Nicht-Akademiker annehmen, dies gilt für Jusos und SPD gleichermaßen.

Der Unterbezirk Köln hatte auf dem Bundeskongreß der Jusos in Essen am vergangenen Wochenende einen entsprechenden Antrag auf „personelle Öffnung“ der Jusos vorgelegt. Dieser Antrag wurde vom UB Ahrweiler unterstützt – leider fand er nicht die notwendige Zustimmung.
Der Vorsitzende des rheinland-pfälzischen Landesverbandes, Fabian Löffler, kommentierte die Ablehnung folgendermaßen: „Eindeutig Ergebnis für P4 – Ein Ergebnis das dem Antrag gebührt – klare Ablehnung“
Martin Mundorf, Kreisvorsitzender der Jusos im Kreis Ahrweiler, bewertet die Ablehnung des Antrages P4 anders:
„Hier wurde eine Chance vertan, sich jungen Leuten, die außerhalb einer akademischen Laufbahn stehen, seitens der Jusos zu nähern, und sie für eine sozial gerechte und verantwortungsvolle Politik zu begeistern. Es kann einfach nicht sein, das ein Jugendverband, und damit eine Partei, die SPD, die seit über hundert Jahren die Stimme des „kleinen Mannes“ war, sich eben jenen Leuten verschließt. Zur Zeit sind auf Landes und Bundes-Ebene bei den Jusos Leute am Ruder, die in ihrer Freizeit gerne und laut die „Internationale“ singen, sich aber vorbehalten unter ihresgleichen – angehenden Akademikern nämlich – zu bleiben. Ein solches Verhalten ist aber eine Farce. Eine Partei wie die SPD, die den Anspruch erhebt „Volkspartei“ zu sein, muß auch ein offenes Ohr und ein Interesse an Arbeitern, Facharbeitern und Handwerkern haben. Der derzeitige Kurs der Landes und Bundes-Jusos ist paradox. Der UB Ahrweiler wird sich diesem Kurs nicht anschließen, und weiter auch um Nicht-Gymnasiasten werben. Wir stehen damit nicht alleine da, denn der Antrag P4 wurde insgesamt von 29 Juso-Körperschaften bundesweit, darunter auch ganze Landesverbände, unterstützt.“

Damit diese Zusage an alle Haupt, Real und Berufsschüler (und alle anderen interessierten jungen Menschen von 14-35 Jahren) auch nicht wirkungslos bleibt: Die Jusos im Kreis Ahrweiler sind unter der eMail-Adresse info@jusos-ahrweiler.de erreichbar und freuen sich über Neumitglieder.

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