„Demokratie stärken – Rechtsextremismus bekämpfen“

Die Jusos im Kreis Ahrweiler rufen alle Bürgerinnen und Bürger zur Teilnahme an den Veranstaltungen gegen den sogenannten „Gedenkmarsch“ Rechtsradikaler am Samstag, den 19. November 2011 in Remagen auf.

Gemeinsam mit dem Bündnis Remagen für Frieden und Demokratie, den Kirchengemeinden und einer Vielzahl Remagener Bürgerinnen und Bürger wollen die Jusos im Kreis Ahrweiler den rechtsradikalen Bestrebungen am Vorabend des Totensonntags entgegentreten. Wie bereits in den letzten Jahren, soll der sogenannte „Gedenkmarsch“ Rechtsradikaler vom Bahnhof zur Kapelle der „Schwarzen Madonna“, direkt gegenüber der Fachhochschule, führen. Offiziell wollen sie den dort im Kriegsgefangenenlager „Goldene Meile“ in den Jahren 1945 und 1946 verstorbenen deutschen Kriegsgefangenen gedenken. Dass diese Begründung mehr als scheinheilig ist, hat sich in den letzten Jahren mehr als deutlich gezeigt. So wurde während dieser Märsche anhand von Ausrufen, Parolen und Reden ohne Zweifel klar, dass es hierbei hauptsächlich um die öffentliche Verbreitung rechtsextremistischen Gedankenguts geht. Auch die Tatsache, dass die Teilnehmer dieses sogenannten „Gedenkmarsches“ jedes Jahr aufs Neue kein Problem damit haben, direkt bei den Gräberfeldern zu urinieren, belegt diese These eindeutig. Vielmehr missbrauchen sie die dort Verstorbenen auf übelste Weise, um die persönliche Betroffenheit vieler Menschen in der Region, die selbst Verwandte und Bekannte haben, oder hatten, die von der Kriegsgefangenschaft betroffen waren, für sich als Zugangspunkt für ihre rechtsradikale Ideologie geschickt auszunutzen. Der dieser Tage in vielen Remagener Haushalten vorgefundenen Flyer, dessen Inhalt geschichtsverfälschender kaum sein könnte, verdeutlicht dieses Ansinnen bis ins letzte Detail.

Unter diesen Voraussetzungen haben die Jusos im Kreis Ahrweiler das im Juli durch die Kreisverwaltung ausgesprochene Verbot dieser unwürdigen Veranstaltung klar begrüßt. Vor allem unter dem Aspekt, dass die letztjährige Veranstaltung jedem Anwesenden deutlich vor Augen geführt hat, dass von diesem sogenannten „Gedenkmarsch“ auch ein starkes Gewalt- und Unruhepotential ausgeht. Umso schwerer fällt es nun zu akzeptieren, dass dieses Verbot durch das Urteil des Verwaltungsgerichts Koblenz gekippt wurde. Soweit dieses im rechtlichen Rahmen zu akzeptieren ist, so sehr widerspricht das hiervon ausgehende Signal aus Sicht der Jusos den Werten und den Grundlagen unserer Gesellschaft.

Aufgrund dieser Tatsachen rufen die Jusos im Kreis Ahrweiler alle Bürgerinnen und Bürger des Kreises Ahrweiler dazu auf, unsere demokratischen Grundwerte wehrhaft zu verteidigen und an den Gegenveranstaltungen des Bündnisses Remagen für Frieden und Demokratie teilzunehmen. Nach einem ökumenischen Gottesdienst an der Kapelle der „Schwarzen Madonna“, der um 11 Uhr stattfinden wird, ist die Hauptgegenveranstaltung an der evangelischen Friedenskirche ab 14 Uhr geplant, die den ganzen Nachmittag über dauern wird. Um jeglicher Geschichtsverfälschung aktiv entgegenzutreten wird innerhalb der Kirche die Ausstellung der Friedrich-Ebert-Stiftung „Demokratie stärken – Rechtsextremismus bekämpfen“ zu besichtigen sein. Um an diesem Tag zur Friedenskirche zu gelangen, sollte man aufgrund der Verkehrsbeschränkungen in dieser Zeit am besten die Nordeinfahrt nach Remagen benutzen. Zum Gottesdienst gelangt man am besten über die Remagener Südzufahrt. Parkplätze stehen direkt an der Fachhochschule zur Verfügung.
Trotz der zu erwartenden Verkehrsprobleme und der Bewegungseinschränkungen im Stadtgebiet Remagen hoffen die Jusos im Kreis Ahrweiler auf ein starkes Zeichen von Bürgerinnen, Bürgern und Politik gegen Rechtsextremismus in unserem Kreis.

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